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Legionellen in Wohnanlage bei Potsdam | Erfahrungsbericht

Inhalt

Legionellen-Alarm: 12.100 KBE in Wohnanlage

Ein extrem hoher Legionellen-Befund versetzte eine große Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in Potsdam bei Berlin in Sorge. Zu Recht: mit einem technischen Maßnahmenwert von 12.100 KBE/100 ml lag eine extrem hohe Kontamination vor – schnelles Handeln war jetzt gefragt. Das Gesundheitsamt sprach sofort ein Duschverbot aus.

Die Verantwortlichen brauchten eine professionelle Legionellen-Bekämpfungsfirma nahe Berlin, die im Ernstfall sofort reagierte. Also suchten sie in Berlin und Umgebung nach einem Notdienst für Legionellenbefall und wandten sich direkt an unsere Experten.

Nach unserem schnellen Einsatz vor Ort und der ersten Bestandsaufnahme stand fest: Die Ursache lag tiefer im System. In diesem Praxisbericht zeigen wir, wie wir die Ursachen für die extrem hohe Legionellen-Konzentration im Trinkwasser identifizierten und die Hygiene sicherten.

Überblick: Gefährdungsanalyse & Sanierung

  • Ein extremer Legionellenbefall von 12.100 KBE/100 ml in einer Wohnanlage bei Potsdam führte zu einem sofortigen Duschverbot.
  • Unsere Risikoabschätzung erkannte fehlende Hydraulik und Stagnationswasser als verdeckte Ursachen.
  • Durch eine gezielte Sanierung und neue Regeltechnik stellten wir die sichere Trinkwasserhygiene dauerhaft wieder her.

Vgl. auch» Legionellen: Was tun? Checkliste mit Sofortmaßnahmen

Ausgangslage: Mehrfamilienhäuser

Die Wohnanlage bestand aus 8 Mehrfamilienhäusern. Zum Glück erkannte eine orientierende Trinkwasseruntersuchung der Betreiber den massiven Legionellenbefall (12.100 KBE/100 ml). Für die Eigentümergemeinschaft und die Verwaltung bedeutete das akuten Handlungsdruck (Stichwort: Trinkwasserverordnung) und verunsicherte Bewohner.

Zu Recht kam in dieser Situation drängende Fragen auf:

  • Woher kommt die extreme Legionellen-Belastung?
  • Wie groß ist das Risiko für die Gesundheit?
  • Was ist jetzt zu tun?

80 Haushalte durften von heute auf morgen nicht mehr duschen. 2 leerstehende Wohnungen verschärften das Problem zusätzlich. Der Grund: Wenn eine Wohnung nicht genutzt ist, wird dort Wasser kaum oder gar nicht entnommen. Dieses sogenannte Stagnationswasser in den Leitungen bietet Legionellen besonders gute Wachstumsbedingungen.

Als unsere Gutachter vor Ort in Potsdam eintrafen, ergab sich ein typisches Bild: Die ganze Anlage machte einen gepflegten Eindruck. Im Warmwassersystem sah es jedoch ganz anders aus.

Fehleranalyse in der Trinkwasseranlage

Warum stiegen die Legionellen-Werte so extrem?

Als Experten wussten wir: Ein solch hoher technischer Maßnahmenwert war kein Zufall. Er entsteht in der Regel nur, wenn mehrere Fehler ineinandergreifen. Und tatsächlich – in der Folge identifizierten wir eine Kombination aus technischen Mängeln und ungünstigem Betriebsmanagement:

1.Kein hydraulischer Abgleich

Das Warmwasser verteilte sich ungleichmäßig im System. In einigen Strängen stand das Wasser fast still, während andere überhitzten.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass überall ähnliche Durchflussmengen und Temperaturen herrschen. Fehlt er, entstehen Bereiche mit wenig Bewegung und ungünstigen Temperaturen – ideale Bedingungen für Legionellen.

2. Falsch eingestellte Regeltechnik

Die Steuerung hielt die Temperaturen nicht konstant wegen falscher Einstellungen.

Doch gerade bei Legionellen ist eine stabile Warmwassertemperatur wichtig. Ohne diese thermische Barriere vermehren sich Legionellen ungehindert. Der Warmwasser-Ausgang am Speicher muss auf 60 °C eingestellt sein. In diesem Fall wurden auch die notwendigen 55 °C im Zirkulationsrücklauf nicht erreicht – wegen des fehlenden hydraulischen Abgleichs.

3. Stagnationszonen im Keller

In selten genutzten Entnahmestellen im Kellergeschoss stand das Wasser über lange Zeit. Dort bildeten sich ideale Brutstätten für Bakterien.

Stagnationswasser fördert zudem die Bildung von Biofilm, also einer Schleimschicht aus Mikroorganismen an der Rohrinnenwand. In diesem Biofilm können sich Legionellen verstecken und besonders gut überleben.

4. Mangelhafte Dämmung

Die Wärme entwich aus den Leitungen. Eigentlich müssen am Warmwasser-Ausgang 60 °C anliegen. Zudem müssen nach spätestens 30 Sekunden 55 °C an jeder Armatur ankommen. In diesem Fall kühlte das Wasser jedoch stark ab, bevor es die oberen Stockwerke erreichte.

Warmwasser, das auf dem Weg durch schlecht gedämmte Leitungen abkühlt, durchläuft genau den Temperaturbereich, in dem sich Legionellen vermehren. Gleichzeitig kann sich Kaltwasser unzulässig erwärmen. So verschwimmen die Temperaturgrenzen zwischen „warm“ und „kalt“ – ein weiterer Risikofaktor.

5. Verschmutzte Armaturen

Viele Entnahmestellen waren stark verkalkt und verringerten den Wasser-Durchfluss stark. Noch schlimmer: Das brachte die gesamte Planung der Anlage durcheinander: Das Wasser floss kaum noch und blieb zu lange in den Rohren stehen (sog. Stagnationserscheinungen).

Verkalkte und zugesetzte Armaturen verringern die Spülwirkung beim täglichen Gebrauch. Hinzu kommt die mangelnde Durchströmung: Das Wasser fließt langsamer, bleibt länger im System und kann Biofilm und Legionellen nicht mehr ausreichend aus den Leitungen heraus spülen.

Zwischenlösung:

Legionellen-Filter gegen das Duschverbot

Die Sicherheit der Bewohner stand an erster Stelle. Gleichzeitig war klar: Eine vollständige Sanierung der Anlage braucht Zeit. Die Menschen konnten aber nicht wochenlang ohne Dusche auskommen.

Also sorgten wir zuerst dafür, das Duschen wieder sicher zu machen. Dazu installierten wir spezielle Legionellen-Filter (sogenannte endständige Sterilfilter) als Zwischenlösung. So konnten die Bewohner im Raum Potsdam bereits kurz nach unserem Einsatz wieder ohne Gesundheitsrisiko duschen.

Doch als erfahrener Fachbetrieb für Legionellen-Sanierung wussten wir natürlich: Das reicht nicht aus!

Lösung: Nachhaltige Legionellen-Sanierung

Auf Basis der Gefährdungsanalyse – also einer systematischen Bewertung aller Risiken in der Trinkwasserinstallation – legten wir gemeinsam mit den Verantwortlichen einen Maßnahmenkatalog für die Liegenschaft in Potsdam fest.

Da wir als unabhängige Gutachter unbefangen arbeiten, führten wir die Handwerksleistungen nicht selbst aus. Wir begleiteten die Sanierungsmaßnahmen aber vollständig und stellten so sicher, dass alle Mängel fachgerecht und nachhaltig behoben wurden.

Konkrete Schritte:

  • hydraulischer Abgleich der Warmwasseranlage
  • Optimierung der Regeltechnik
  • Reduzierung von Stagnationsbereichen
  • Verbesserung der Dämmung
  • Reinigung und Austausch stark verschmutzter Armaturen

Warum eine thermische Desinfektion gescheitert wäre

Viele versuchen, das Legionellen-Problem durch kurzes „Hochheizen“ der Anlage zu lösen. Doch eine thermische Trinkwasserdesinfektion gegen Legionellen hätte die Lage kaum verbessert.

Vor allem in diesem konkreten Fall: Ohne hydraulischen Abgleich erreicht das 70 °C heiße Wasser die weit entfernten Stränge der L-förmigen Gebäude gar nicht. In den verkalkten Armaturen und Totleitungen überleben die Legionellen geschützt im Biofilm.

Eine thermische Desinfektion bekämpft hier nur das Symptom, behebt aber nicht die Ursache. Mehr erfahren » Nachteile der thermischen Desinfektion

Fazit: Legionellen-Beseitigung in Potsdam

Die extremen Werte in den Mehrfamilienhäusern zeigten deutliche systematische Fehler in der Anlage. Umso wichtiger ist eine sachkundige Beratung und Sanierungsbegleitung. Letztlich lassen sich die Kosten für eine Legionellenbeseitigung bei Berlin und Brandenburg nur durch gezielte Ursachenbekämpfung senken.

Benötigen auch Sie eine fundierte Risikoabschätzung in Berlin und Umgebung oder Hilfe bei akutem Legionellenbefall? Wir beseitigen Legionellen dauerhaft und unterstützen Sie gerne!

Was passiert im Erstgespräch?

Im gemeinsamen Erstgespräch gehen wir gemeinsam durch das Schreiben vom Gesundheitsamt und planen die genauen Schritte zur Analyse Ihres Trinkwassers und zur nachhaltigen Beseitigung Ihres Legionellenproblems. 

Über den Autor

Marco Holz

Marco Holz ist zertifizierter Experte nach VDI 6023 Kategorie A, auf die Risikoabschätzung spezialisiert und Ihr persönlicher Ansprechpartner zum Thema Legionellen.

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